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Über Sirnau

Sirnau

Sirnau ist mit etwa 860 Einwohnern der kleinste und auch einer der jüngsten Stadtteile Esslingens. Die Gemarkung Sirnau ist aber bereits seit Jahrtausenden Siedlungsgebiet. Im Jahre 1241 wird ein Dorf "Sirmenowe" erstmals in Urkunden erwähnt.

Ohne Bautätigkeiten in den dreißiger Jahren wäre von der Frühgeschichte Sirnaus wohl nichts bekannt geworden, denn damals stieß man auf 2 alemannische Gräberfelder sowie Gräber aus der Hallstattzeit mit Grabbeigaben. Kulturen und Völker, die seit 5 Jahrtausenden unseren süddeutschen Raum bewohnten, spiegeln sich wieder in den Sirnauer Funden. Im Hofgut Sirnau sind als stumme Zeugen einer wechselvollen Vergangenheit noch Teile des ehemalige Dominikanerinnen-Klosters erhalten.

Mit der jetzigen Siedlung Sirnau wurde im Jahre 1932, in der Zeit großer Arbeitslosigkeit und Wohnungsknappheit, auf geschichtsträchtigem Boden ein neuer Anfang gemacht. Im Dezember 1931 erfolgte der Beschluss des Gemeinderats der Stadt Esslingen, das Gelände in Sirnau zur Erstellung einer "Randsiedlung für Esslinger Erwerbslose" zur Verfügung zu stellen. Die Bauarbeiten begannen 1932 und wurden als Gemeinschaftsarbeit von den Bauwilligen ausgeführt. Die Häuser und Grundstücke wurden nach Fertigstellung verlost und im Erbbaurecht vergeben. Danach folgten bis 1937 Erweiterungen des Stadtteils, weitere dann nach dem 2. Weltkrieg von 1949 bis 1952.

Im Jahre 1952 wurde der Bürgerausschuss für den Stadtteil Sirnau gegründet. In den folgenden Jahren gab es Ereignisse, welche für den Bestand und die Zukunft Sirnaus von entscheidender Bedeutung waren. Im Dezember 1952 wurde die B 10 auf dem Neckardamm als zweispurige Bundesstraße dem Verkehr übergeben. Dies war jedoch nur der Anfang einer kaum in diesem Ausmaß absehbaren Entwicklung. Durch die wirtschaftliche Entwicklung des mittleren Neckarraums folgten der Bau des Schifffahrtkanals und der vierspurige Ausbau der B 10 auf dem Neckardamm mit den dazu erforderlichen Brückenbauwerken. Auch wurde die jetzige Kreisstraße 1215 entlang des Berkheimer Waldes als Umgehungs- und Entlastungsstraße gebaut. So liegt der Stadtteil Sirnau eingeschlossen als Insel zwischen der B 10, der Kreisstraße 1215 und der Auffahrt zur Dieter-Roser-Brücke. Bei allen Maßnahmen war der Bürgerausschuss gefordert, um mit Vorschlägen die Interessen der Bürgerschaft zu vertreten.

Im Jahre 1970 befasste sich der Gemeinderat mit einer Neukonzeption für die weitere Entwicklung des Stadtteils Sirnau. Der Vorschlag der Esslinger Stadtverwaltung zur Umwandlung Sirnaus in ein reines Industriegebiet und einer damit verbundenen Umsiedlung der Einwohner lag auf dem Tisch. Nur durch massiven Protest und gemeinschaftliche Initiativen und Aktionen der Bewohner konnte dieses Vorhaben verhindert werden.

Bis zum Jahr 1981 dauerte es, bis sich der Stadtteil Sirnau baulich weiterentwickeln konnte. Die Voraussetzungen für eine Erweiterung waren jetzt gegeben. Es gab neue Erbbauverträge für die Grundstücke in Sirnau und die Lärmschutzwand an der B 10 war erstellt. Somit konnte der neue Bebauungsplan in Kraft treten.

In den Jahren 1982 und 1989 wurde der Bau einer Müllverbrennungsanlage im Industriegebiet Sirnau vom Landkreis geplant. Der massive Widerstand aus der Bevölkerung und plötzlich zurückgehende Müllmengen ließen dieses Bauvorhaben nicht zur Realisierung kommen.

Der alte Holzsteg, welcher bei Hochwasser regelmäßig gesperrt werden musste, wurde im Jahre 1990 durch den Bau einer neuen Hängebrücke über den Neckar zur Neckarinsel ersetzt.
In den letzten Jahren wurden freie Grundstücke erschlossen und neue Wege erstellt. So konnten weitere Neubauten entstehen. Die im Bebauungsplan ausgewiesene Grünzone mit Fußweg durch den gesamten Stadtteil wurde errichtet. Mit Spenden von Einwohnern konnte eine Lindenallee im Finkenweg realisiert werden.

Im Jahr 2001 wurde ein Polderpumpwerk fertiggestellt. Ein jahrzehntelanges Problem, die durch Hochwasser des Neckars bedingten Grundwasseranstiege in den Kellern der unteren Siedlungshäuser, wird damit hoffentlich der Vergangenheit angehören.

Ein lebendiger Stadtteil ist Sirnau allemal, gibt es doch ein reges Vereinsleben. Der älteste Verein ist die im Jahre 1936 gegründete "Siedlergemeinschaft Sirnau"; im Jahre 1952 wurde die "SG Sirnau" ins Leben gerufen, welche vor einigen Jahren mit der "SV Eintracht Esslingen" fusionierte und zur "SG Eintracht Sirnau" wurde. Die "Goiswoid Hexa" haben sich als Narrenzunft im Vereinsleben mit ihren Aktivitäten etabliert. Nicht zu vergessen ist die rührige Sirnauer Feuerwehr, welche im Jahr 1999 ihr neues, mit viel Eigenleistungen errichtetes Feuerwehrmagazin beziehen konnte. Mehrere Konfessionen haben im Stadtteil ihre eigenen Kirchen mit Gemeinderäumen.

Durch auf der Gemarkung Sirnaus vorhandene Einrichtungen hat dieser kleine Stadtteil im städtischen wie auch im regionalen Bereich einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. So sind hier unter anderem angesiedelt: Richard-Hirschmann-Eislaufstadion, Tierpark "Nymphaea", Freibad des Schwimmsportvereins, Ruderverein, Yachtclub, Schießanlage der Schützengesellschaft, Verkehrsübungsplatz des Motorsportclubs, Jugend-Verkehrsschule, Fischereiverein, Hundedressurplatz, 2 Kleingartenanlagen, Tierheim der Stadt Esslingen.

Wegen der begrenzten räumlichen Entwicklungsfähigkeit des Stadtteils wird sich in Zukunft die Arbeit des Bürgerausschusses vor allem auf Erhalt und Verbesserung der Lebensqualität der Einwohner Sirnaus konzentrieren. So sollte z. B. das Industriegebiet nicht näher an die Wohnbebauung herangeführt werden und die wenigen noch vorhandenen Freiflächen erhalten bleiben. 

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