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Der eiserne Brunnen
Esslingen: Der Sirnauer Trogbrunnen hat einen Zwillingsbruder in der Innenstadt.

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Von Amelie Pyta
Quelle: Artikel vom 29.01.2021 © Eßlinger Zeitung

Brunnen verschönern das Stadtbild, sind beliebte Anziehungs- und Treffpunkte. Zudem sorgen ihre Wasserfontänen für Erfrischung an heißen Tagen. Früher hingegen waren Brunnen für die Menschen überlebenswichtig, weil sie dort Zugriff auf Trinkwasser bekamen. Daneben konnten die Bürger an der Wasserquelle auch ihre Kleidung waschen.  Dass Brunnen früher eine große Bedeutung besaßen, erkennt man daran, dass sie auch auf Stadtwappen, wie zum Beispiel auf dem der im Kreis Tübingen gelegenen Stadt Mössingen abgebildet sind.
77 Brunnen prägen das Stadtbild Esslingens. Der wohl bekannteste und wichtigste unter ihnen ist der Postmichel-Brunnen in der Altstadt. Doch auch hinter den anderen verbergen sich spannende Geschichten. Der eiserne Trogbrunnen im Sirnauer Finkenweg zählt etwa zu den Kleindenkmälern in Esslingen.
Er stammt aus dem Jahr 1895 und ist damit älter als der kleinste Stadtteil Esslingens, der erst 1932 als Arbeitersiedlung errichtet wurde. Ein Trog aus Gusseisenplatten umrahmt die Brunnensäule, die  mit neugotischen Elementen verziert ist. Durch zwei Röhren, die an der Säule angebracht sind, fließt das Wasser in den Trog. Es stammt aus einer Quelle im nahe gelegenen Spitalwald.
Der Brunnen in Sirnau weist außerdem eine Besonderheit auf: Er hat nämlich einen Zwilling. Der Landolinsbrunnen in der Innenstadt ist aus dem gleichen Material gefertigt wie sein Bruder in Sirnau. Er befindet sich in einer kleinen Grünanlage am Landolinsplatz. Das Wasser stammt dort von der Geiselbachquelle.
Beide Brunnen wurden von der Stadt Esslingen für die öffentliche Wasserversorgung ungefähr zur gleichen Zeit errichtet und wahrscheinlich, wie viele andere Brunnen im Land, bei der Württembergischen Eisengießerei in Wasseralfingen in Auftrag gegeben. Heute stehen die  eisernen Zwillinge unter Denkmalschutz.